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Offener Brief der SCHÜLER FÜR TIERE ...

Mai 2006 -
...an das niedersächsische Kultusministerium


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich selbst, noch eine Schülerin, würde mich gerne zu Ihrem Projekt "Herzschlag" äußern.

Tierversuche lehne ich aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen ab! Denken Sie wirklich, dass man mit dem üblichen Argument „alles für die Wissenschaft“, was auch eine Schülerin, die an Ihrem Projekt teilnimmt, darlegte, das schreckliche Leid der Versuchstiere rechtfertigen kann? - Ich denke nicht!

„Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück.“ Das sagte der berühmte englische Naturforscher Charles Darwin. Auch Tiere haben das Recht auf unserem Planeten zu leben, sie sind unsere Mitgeschöpfe.

Es scheint mir, dass „Herzschlag“ den Schüler/innen genau die falschen Werte vermittelt. Die Rattensäuglinge, die geköpft werden, werden nicht als Lebewesen betrachtet. Es erschüttert einen ziemlich, wenn man z.B. eine Aussage einer anderen Schülerin, die auch beim Projekt mitmacht, hört/liest, die meinte, man „gewöhne“ sich an diese grauenvollen Experimente.

Ihr Projekt sagt also, dass Töten eine Routine wird. Wie kann das sein?! Das darf niemals so sein!! Sind wir Menschen denn zurückgeblieben? Früher wurden Menschen geköpft, heute Tiere, was kommt als Nächstes? Was werden die Menschen in der Zukunft bloß zu denen aus dem 21. Jahrhundert sagen: „Guck mal, die haben Versuchstiere gemacht.“ „Schrecklich! Wussten die denn nicht, dass dies zudem nichts bringt?!“ Das stimmt tatsächlich. Immer mehr Studien beweisen, dass Tierversuche nicht helfen, sondern genau das Gegenteil bewirken. Denken Sie doch an Contergan, jenes an Tieren getestete Schlafmittel, durch das über 5000 Babys behindert auf die Welt kamen. Der Körper eines Tieres reagiert nun mal anders als der eines Menschen. Es gibt sogar Unterschiede unter den Tieren selbst. Außerdem gibt es so viele tierversuchsfreie Methoden, die niemanden schaden, wesentlich günstiger sind und uns alle voranbringen würden, die Wissenschaft sowieso.

Der Mensch sollte endlich aus seiner bequemen Lage rauskommen. Ich meine, dass Tierversuche ja schon lange durchgeführt werden und es mittlerweile einfach nur noch Gewohnheit ist. Geld ist natürlich auch im Spiel, viele Professoren würden ihre ganzen Titel gar nicht bekommen, wenn Tierversuche aufhören würden. Aber was soll das für eine Wissenschaft sein, die total wehrlose Geschöpfe quält und zudem, wie ich schon erklärte, sinnlos ist und nichts bringt? Mehr als 150 Jahre Tierversuche und noch immer gibt es keine Gegenmittel für die meisten Krankheiten.

Eine andere Aussage eines Schülers war ebenfalls beängstigend. Das Köpfen der Rattensäuglinge bedeute aufgrund ihres Alters einen extrem stressfreien Tod für sie, so sagte er. Es ist aber trotzdem barbarisch, ich kann dieses sinnlose Töten überhaupt nicht nachvollziehen, denn auch die jüngsten und kleinsten Ratten sind schließlich Lebewesen!! Meiner Meinung nach wird Ihr Projekt die Schüler/innen, wenn es nicht schon passiert ist, emotional abstumpfen. Sie werden irgendwann möglicherweise zwischen dem Quälen von Lebewesen keine Unterschiede machen. 80 % aller Gewalttäter haben nämlich in ihrer Kindheit Tiere gequält! Da wundert man sich, dabei versucht man doch die Kriminalität zu bremsen.

Sie sehen, Tierversuche sind unnötig und grausam, man sollte sie sofort abschaffen. Deshalb finde ich, dass man ein Projekt wie „Herzschlag“ gar nicht an Schulen bringen sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Andia Mirbagheri, SCHÜLER FÜR TIERE