Riesenerfolg für Stopp - Tierversuche-Award ...
06. Februar 2007 -
... Erster Wettbewerb von Schülern für Schüler mit internationaler Beteiligung
„Diesen Ansturm hatten wir nicht erwartet“, freut sich Andia Mirbagheri, Schülerin der
Klasse 9 am Gymnasium Köln - Rodenkirchen. Sie arbeitet bei „Schüler für Tiere“ mit, eine
Tierschutzinitiative, die beim Thema „Tierversuche“ ein Wörtchen mitredet: In Zusammenarbeit
mit dem gemeinnützigen Verein „Ärzte gegen Tierversuche e.V.“ rief die Gruppe zum
Schülerwettbewerb „Stopp Tierversuche Award 2006“ auf und Schülerinnen und Schüler
aus ganz Deutschland, der Schweiz und Polen wurden aktiv. „54 Bewerbungen sind eingegangen“,
so Pressesprecherin Maura Posth, Klasse 10, „obwohl wir so etwas zum ersten Mal veranstaltet haben“.
Die Kölner Gruppe bewältigte einen Riesenberg Arbeit: Einsendungen durchsehen, bewerten,
Preise besorgen, Urkunden ausstellen - dann alles verpacken und verschicken. Für die fünf
besten Arbeiten wurde am 6. Februar der „Stopp-Tierversuche-Award“ verliehen. Die Gewinnerinnen
Kathrin Schmid (München), Leonie Hoffmann (Braunschweig), Marie Kather (Storkow),
sowie die AG – Tierschutz der Realschule Bad Griesbach und die Klasse 6b der Volksschule
Reichertshofen freuen sich über Gutscheine eines Medienkaufhauses bzw. einen Kinobesuch
für die ganze Klasse. Aber auch alle anderen Einsendungen waren beachtlich und wurden mit
Preisen belohnt. Die Organisatoren sind sich einig: Der Erfolg war der vielen Mühe wert
und die eingereichten Arbeiten leisten einen wertvollen Beitrag, dem Ziel, Tierversuche
abzuschaffen, näher zu kommen.
In der Schule werden Tierversuche häufig nur aus der Perspektive von Tierexperimentatoren,
Pharmakonzernen oder Chemikerverbänden besprochen. Tierschutzunterricht steckt in Deutschland
noch in den Kinderschuhen. Im Vergleich zur Gesundheits-, Verkehrs- oder Umwelterziehung
spielt die Tierschutzerziehung keine nennenswerte Rolle. Das ist besonders bedenklich, da
gerade der Tierschutzunterricht mit seiner Erziehung zum verantwortungsvollen Umgang mit
unseren Mitgeschöpfen Empathiefähigkeit fördert, Gewalttendenzen entgegenwirkt und damit
einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Lernen leistet!
Die moralische und wissenschaftliche Kritik am Tierversuch nimmt zu. Das große Interesse
quer durch sämtliche Schulformen und Altersstufen zeigt, dass Jugendliche sich mit
Tierversuchen auseinandersetzen wollen. „Wir dürfen das nicht totschweigen. Wir wollen
über das Leid der Tiere reden. Tiere haben uns nichts getan. Wieso dürfen wir sie quälen?“
und „keiner darf sehen, was mit den Tieren gemacht wird, dabei wird gar nicht überprüft,
ob Tierversuche überhaupt mehr nutzen als schaden“, sind zentrale Aussagen von Zeichnungen,
Infoblättern, Theaterstücken, Filmbeiträgen, Seminararbeiten und anderen Werken. Schule muss
kritische und unabhängige Informationen bieten, wenn sie Demokratiebewusstsein und
Kritikfähigkeit fördern will. Sie muss Schülerinnen und Schülern ermöglichen, sich ohne
Angst vor Benachteiligung eine eigene Meinung - auch gegen Tierversuche - bilden zu können.
Um die Öffentlichkeit an den Gedanken der Schülerinnen und Schüler teilhaben zu lassen,
ist eine Ausstellung der Arbeiten geplant.