Veggietag in Landau...
07. Oktober 2010 -
...die Metzgerinnung ist sauer! Wir reagieren...
Eine Lehrerin will in Landau den Veggie-Tag initiieren und erntet viele negative Reaktionen...
Die Metzgerinnung schreibt einen Leserbrief:
hier der Leserbrief der Metzger:
Wir schreiben darauf einen Leserbrief mit Fakten - und die Rheinpfalz veröffentlicht ihn wieder nicht....
Rheinpfalz: Veggie-Tag bringt uns in Misskredit vom 29.09.2010
Veggie-Tag = Nachhaltige Entwicklung: Klima & Welthunger
Bei einer Weltbevölkerung, die die 6 Mrd.-Grenze überschritten hat, ist es absolut notwendig, dass wir herausfinden wie die beschränkten Ressourcen unseres Planeten am besten genutzt werden können, um sicherzustellen, dass jeder Mensch genug zu essen hat und unsere Erde für zukünftige Generationen geschützt wird. Während jedes Jahr 15 Millionen Kinder – hauptsächlich in Afrika und Teilen Asiens – verhungern, leben derzeit in westlichen Ländern wie Deutschland und USA so viele übergewichtige Menschen wie noch nie. Viele Menschen meinen jedoch, dass das Problem nicht nur eine ungleiche Verteilung der Güter ist, sondern viel tiefer sitzt. Selbst die Vereinten Nationen sagen, dass die Tierwirtschaft und damit der Konsum tierischer Produkte einer der Hauptverursacher für die größten Probleme unserer Zeit ist.
1. Um ein Kilo Fleisch zu bekommen, muss man an eine Kuh bis zu 16 kg Getreide verfüttern. Dies nennt man in der Agrarindustrie „Veredelungsverluste“. Das meiste Getreide das in Deutschland angebaut wird, wird an Tiere verfüttert. Man benötigt aber noch mehr, und so wird es aus anderen Ländern importiert, einschließlich den Entwicklungsländern, in denen Hunger an der Tagesordnung ist.
2. Schon heute enden über 50% der weltweiten Getreideernten nicht auf dem Teller, sondern im Trog. Laut Compassion in World Farming würde mehr Essen und Wasser zur Verfügung stehen, wenn man direkt auf pflanzliche Kalorien setzen würde.
3. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen von 2006 verursacht die Tierwirtschaft ca. 40% mehr Treibhausgas-Emissionen als alle Autos, Lastwagen, Flugzeuge, Geländewagen und Schiffe weltweit zusammen. Das World-Watch-Institute veröffentlichte, dass die Tierwirtschaft sogar für 51% der antrophogen verursachten Treibhausgase verantwortlich ist. Die drei klimarelevantesten Treibhausgase Kohlenstoffdioxid, Methan und Stickoxid werden hier entweder direkt durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidungen der Tiere oder indirekt durch die Produktionsprozesse und die Abholzung der Wälder für Weideflächen oder die Anpflanzung von Futtermitteln produziert.
4. Allein in Südamerika wurden in den letzten vier Jahrzehnten 40% des Regenwaldes für Weideflächen oder die Produktion von Futtermitteln gerodet. Damit wird die „Grüne Lunge“ gefährdet und für viele, teilweise noch unentdeckte Tierarten bedeutet dies das Aus.
5. Die Überweidung durch Milliarden von Tieren zerstört den Mutterboden – ein Boden, der notwendig für das Pflanzenwachstum ist. Ohne Mutterboden wächst nichts. Durch die Überweidung entstehen Wüsten, die sich immer weiter ausbreiten.
6. Eine Kuh produziert in einem Jahr etwa so viele Treibhausgase wie ein Auto! Die Tiere werden gezüchtet, um an ihr Fleisch und ihre Milch zu kommen. Doch diese Produkte sind laut Öko-Institut wesentlich klimaschädlicher als Gemüse, Obst und Getreide.
7. Die Produktion von 1 kg Rindfleisch emittiert so viele Treibhausgase wie eine Autofahrt von 250 km und verbraucht so viel Energie wie eine 100W-Lampe in knapp 20 Tagen.
8. Ein Mensch isst in seinem Leben durchschnittlich 8 Kühe, 59 Schweine, 454 Hühner, 30 Truthähne, 23 Enten und Gänse, 28 Kaninchen und 1900 Fische.
9. Die Tierwirtschaft ist sowohl ein enormer Wasserschlucker als auch Wasserverschmutzer. Einerseits müssen Futtermittel angebaut sowie bewässert werden, und die Tiere benötigen schließlich auch Wasser zum Trinken. Das World-Watch-Institute hat bespielweise schon vor Jahren berechnet, dass man für die Herstellung von 1 Pfund Fleisch ein Jahr lang täglich duschen könnte! Andererseits gelangen die Abwässer der Millionen Tiere meist ungeklärt in den Wasserkreislauf zurück, was die Qualität und Menge des verfügbaren Trinkwassers beschränkt.
10. Laut Agenda 21 zur nachhaltigen Entwicklung, der 1992 178 Staaten zugestimmt haben, ist die vegetarische Ernährung die zukunftsfähigste Ernährungsform: „Bodenverschlechterung ist oft die Folge einer übermäßigen Beweidung. In den USA geht viel Boden verloren – 85% davon durch Viehzucht. Dazu kommt, dass die Hälfte des Trinkwassers in diesem Land verwendet wird, um das Vieh zu tränken und um Weiden und Futterpflanzen für das Vieh zu bewässern. Würden wir vegetarisch leben oder weniger Fleisch essen, brächte dies eindeutige Vorteile für die Umwelt“
Deshalb der Veggie-Tag!
