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Warum hungern Menschen in der 3. Welt,
wenn wir Tiere in Massen halten?


Während man sich in den Industrienationen über hohe Lebensmittelpreise ärgert, herrscht anderswo der Kampf ums nackte Überleben. Rund 850 Millionen Menschen leiden in Lateinamerika, Nordafrika und Asien an Unterernährung, jede Minute sterben elf Kinder an Hunger. Die Ursachen sind vielschichtig und auf den ersten Blick weit weg vom Alltag des deutschen Bürgers: Spekulanten, die mit steigenden Lebensmittelpreisen Gewinne machen, Agrarexportsubventionen, Biosprit aus Lebensmitteln, eine verfehlte Weltpolitik und die Macht gigantischer Saatguthersteller.

Ein wesentlichen Einfluss haben allerdings auch Schnitzel und Currywurst auf bundesdeutschen Tellern: Zur Produktion eines Kilogramms Fleisch müssen durchschnittlich 8 Kg Getreide verfüttert werden. Die hohe Nachfrage der Tierindustrie nach Futter treibt die globalen Getreidepreise in die Höhe, die Armen dieser Welt können sich als Folge das Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten. Und Deutschland treibt den Preis mit: In den ersten sieben Monaten des aktuellen Wirtschaftsjahres 2007/08 nahmen die Getreideeinfuhren nach Deutschland um 48 Prozent auf 4,5 Millionen Tonnen zu.

Bundeskanzlerin Merkel machte noch vor wenigen Wochen als Ursache vor allem „die nicht ausreichend vorhergesagte Änderung der Ernährungsgewohnheiten in Schwellenländern“ verantwortlich. Für eine Beendigung des Welthungers ist nach Aussage der Veranstalter allerdings eine Änderung unserer eigenen Ernährungsstrategie vonnöten. Jürgen Foß, Diplom-Physiker vom Veranstaltungskomitee meint: „Es ist zynisch, wenn man Chinesen vorhält, sie würden durch ihren gestiegenen Wohlstand und dem damit verbundenen Fleisch- und Milchkonsum die Getreidepreise anheizen, aber gleichzeitig im eigenen Land den Konsum tierischer Nahrungsmittel durch Subventionen und Marketing fördert.“

Fleisch ernährt wenige auf Kosten vieler, denn für die Produktion von Fleisch wird wertvolles Getreide, das die Menschen direkt ernähren könnte, an Tiere verfüttert; in Europa sind das etwa 60% des erzeugten Getreides. Laut amtlichen Angaben des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten werden in Amerika über 90% des angebauten Getreides an Schlachttiere (Rinder, Schweine, Schafe, Hühner usw.) verfüttert. Oder anders ausgedrückt: An die Schlachttiere Amerikas wird jährlich mehr Getreide verfüttert, als die Bevölkerung von Indien und China zusammengenommen zur Ernährung braucht! (aus: Grefe 1986. Das Brot des Siegers - Das Hackfleisch-Imperium, S. 27)

Quelle und weitere Infos: www.umweltjournal.de link xy
Im 4. Jahrhundert v. Chr. verfasste der griechische Philosoph Platon sein berühmtes Werk "Politeia" (Der Staat), das verschiedene Reden seines Lehrers Sokrates enthält. Unter anderem spricht Sokrates darüber, wie ein Staat seine wirtschaftliche Grundlage gesund erhalten kann, und er betont dabei, dass dies am besten auf der Grundlage einer allgemeinen vegetarischen Ernährung möglich ist:

"So werden sie ihr Leben friedlich und gesund hinbringen und aller Wahrscheinlichkeit nach wohlbetagt sterben, ihren Nachkommen ein ebensolches Leben hinterlassend."

Danach warnt Sokrates, dass mehr Weideland benötigt werde, sobald die Menschen begännen, den Tierbestand zu erhöhen, um zusätzlich Schlachttiere zu halten:

"Und das Land, das ursprünglich groß genug war, um all seine Bewohner zu ernähren, wird auf einmal zu klein sein. Also werden wir von den Nachbarn Land abschneiden müssen, wenn wir genug haben wollen zur Viehweide und zum Ackerbau, und sie auch wiederum von unserem, wenn sie sich ebenfalls gehen lassen und - die Grenzen des Notwendigen überschreitend - nach unangemessenem Besitz streben. Und so werden wir von dann an Kriege führen müssen." (Politeia, 13-14)

Quelle und weitere Infos: www.zentrum-der-gesundheit.de link xy

Laut Welthunger-Index 2008 herrscht in 33 Ländern eine sehr ernste bis gravierende Hungersituation. In der Demokratischen Republik Kongo, Eritrea, Burundi, Niger und Sierra Leone ist die Situation am schlimmsten. Der Welthunger-Index 2008 misst die Situation von Hunger und Unterernährung in 88 Ländern weltweit. Er basiert auf drei Indikatoren: Der Kindersterblichkeit unter fünf Jahren, der Rate untergewichtiger Kinder unter fünf Jahren und dem Anteil der Unterernährten in der Bevölkerung.







Auf der Erde hungern 850 Millionen Menschen trotz des weltweiten Getreideertrags von 1,6 Milliarden Tonnen
(Daten von 2006).

Quelle Grafiken: www.Hunger wird gemacht link xy



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Quelle Fotos:
www.tdh.de/medien