Warum sterben Orang-Utans,
wenn ich auf Tropenholz-Möbeln sitze?
Unsere Welt scheint manchmal etwas rätselhaft, zumindest die Welt der Medien.
Da wird in der Presse viel Wirbel gemacht, weil in einem Münchner Zoo "ein Orang-Utan
seinem Nachwuchs das Genick brach".
Aus der Sicht jedes Tierfreunds ist dieser Todesfall wirklich traurig und bedauerlich.
Dass jedoch täglich Orang-Utans in Indonesien getötet werden, weil dort Regenwälder gerodet werden um
Flächen für die Produktion unserer Tropenholz-Möbel zu gewinnen, darauf wird in den Medien nur gelegentlich hingewiesen.
Muss die Liege für unseren Garten denn unbedingt aus Tropenholz sein? Oder der Parkettboden im Wohnzimmer?
Sicherlich nicht. Ohne den geringsten Verlust an Lebensqualität kann durch den Verzicht auf Tropenholz
aktiver Regenwaldschutz betrieben werden.
Tropenholz ist oft preiswerter als qualitativ vergleichbare heimische Arten, weil die Bäume im Regenwald
"kostenlos" geplündert werden. Einheimisches Holz ist teurer, weil in dessen Preis die Kosten für die
Pflege der Wälder und die Verwaltung enthalten sind. Dieser Posten fehlt bei Holz aus den tropischen Regenwäldern.
Das Tropenholz für unseren Konsum stammt aber tatsächlich nur aus wenigen Ländern,
beispielsweise von der Insel Borneo. Dort ist vor allem der Holzexport für die Waldvernichtung verantwortlich.
In Asien werden beim Holzeinschlag bis zu
zwei Drittel der gesamten Vegetation zerstört, nur um ein paar Baumarten aus dem Wald zu schlagen,
mit denen besonders gut Geld verdient werden kann. Das gilt auch für afrikanische Länder.
Die Jagd nach dem „grünen Gold” der Regenwälder, den edlen Tropenhölzern, war oder ist in fast allen
Regenwaldländern der Motor für die Vernichtung großer Waldflächen. Unter Tropenholz versteht man Hölzer,
die aus den tropischen und subtropischen Wäldern in Asien, Afrika und Lateinamerika stammen. Mahagoni,
Teak oder Palisander werden zu edel wirkenden Möbeln und anderen Produkten verarbeitet und erwecken den
Eindruck von Luxus und Reichtum. Doch viele Regenwaldhölzer wie Meranti, Gabun oder Ramin werden für ganz
gewöhnliche Zwecke verwendet: als Sperrholz, Besenstiele, Fensterrahmen oder Lärmschutzwand.
Regenwald-Baumstämme werden abtransportiert
Ein großer Teil des Holzes, das die Menschen verbrauchen, stammt von sehr alten Bäumen,
die in Regenwäldern wachsen. Dort standen die Bäume Hunderte oder manchmal Tausende von Jahren,
ohne dass je ein Mensch sie angetastet hat. Wenn in solchen Wäldern Bäume gefällt werden,
verlieren viele Arten ihren Lebensraum. Häufig werden sie sogar für immer ausgerottet und verschwinden von der Erde.
Auch viele unserer Lebensmittel stammen ursprünglich aus den Regenwäldern: Bananen, schwarzer Pfeffer,
Nüsse, Schokolade, Cola, Reis, Kaffee und Orangen.
Manche Holzfirmen rühmen sich damit, sie würden genau so viele Bäume wieder anpflanzen,
wie sie abholzen. Bäume zu pflanzen ist immer eine gute Sache, aber es ist ein Unterschied,
ob ich einfach nur Bäume in den Boden setze oder sich ein Wald entwickelt, wie es in der Natur geschieht.
Wer Bäume auf einer Fläche pflanzt, die er vorher kahl geschlagen hat, hat trotzdem den Wald vernichtet.
Denn ein Wald ist viel mehr als nur die Bäume, die in ihm stehen. Keine Holzfirma ist in der Lage,
die vielen Tier- und Pflanzenarten "aufzuforsten", die früher in dem Ökosystem gelebt haben.
Die abgeholzten Bäume werden fast immer dazu verwendet, um daraus Möbel, Fensterrahmen,
Besenstiele und Fußböden zu bauen oder Papier herzustellen.
Deshalb ist es so wichtig, dass deine Eltern keine Möbel oder Holzfußböden aus
Tropenholz kaufen und ihr Recyclingpapier verwendet.
Wenn Regenwald abgebrannt wurde, wird die Asche der verbrannten Bäume als Dünger liegen gelassen,
denn ohne den Regenwald wachsen hier nur sehr schlecht Pflanzen. Die gedüngten, freien Flächen werden
dann mit Gras besät und als Weidefläche für tausende von Kühen verwendet. Diese Kühe werden geschlachtet,
um das Fleisch an die USA oder nach Europa zu verkaufen.
siehe auch
www.abenteuer-regenwald.de/abholz.php