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Schutz der Weltmeere

Die Weltmeere: 71 Prozent der Erdoberfläche!

Der Mensch muss mit dem Meer zu leben lernen! Bis zum Jahr 2050 wird Schätzungen zufolge die Weltbevölkerung auf rund 12 Milliarden Menschen angestiegen sein. Davon leben etwa 60 Prozent weniger als 60 Kilometer vom Meer entfernt leben. Die Ozeane machen 71 Prozent der Erdoberfläche aus. Diesen Lebensraum zu schützen und zu bewahren, muss oberste Priorität haben!

Verschmutzung

Neben der Fischerei ist die Verschmutzung der Weltmeere ist eine der schlimmsten Auswirkungen menschlicher Aktivitäten. Durch Havarien und durch unerlaubte Tankreinigungen auf hoher See kommt es zu Ölverschmutzungen. Über Ölteppiche wird in den Medien meist berichtet, doch ist ihre Anzahl und ihre Auswirkung auf den Verschmutzungsgrad der Meere im Vergleich mit den anderen Schadstoffmengen, die Tag für Tag ins Meer gelangen, eher gering. Nur große Tankerunfälle können zu einer längerfristigen Schädigung führen, wie beispielsweise die Exxon Valdez, die 1989 vor Alaska auf Grund lief und eine Ölpest verursachte, deren Auswirkungen noch 15 Jahre später erkennbar waren.

Zu diesen Schadstoffen die fast unbemerkt täglich den maritimen Lebensraum belasten, gehören vor allem Industrieabwässer, die durch die Flüsse ins Meer gelangt. Daneben sind häusliches Abwässer, Abwässer aus der Landwirtschaft, Verklappungen auf See, die Off-Shore-Ölforderung und radioaktive Abfälle zu nennen. 44 Prozent aller Schadstoffe gelangen vom Land ins Meer, 33 stammen aus der Atmosphäre, 12 Prozent werden direkt durch Schiffe verursacht.

4.500 verschiedene Chemikalien und giftige Schwermetalle belasten bereits die Qualität des Meerwassers! Die meisten Substanzen sind nicht abbaubar und reichern sich im Gewebe lebender Organismen an. Über lange Zeiträume hinweg schädigen diese Substanzen das Hormonsystem oder können das Immunsystem schwächen, zu Unfruchtbarkeit führen oder Krebs auslösen. Zu den giftigsten Stoffen zählen Dioxine, Polychlorierte Biphenyle und bestimmte Pestizide, wie z.B. DDT und Dieldrin.

Die atomaren Wiederaufbereitungsanlagen im französichen La Hague und im englischen Sellafield sind für einen Großteil der Radioaktivitäten Belastung des Meeres verantwortlich, aber auch die U-Boot-Friedhöfe der früheren Sowjet-Union. Das Damoklesschwert schwebt über uns, denn eines Tages werden wohl auch die dicksten Stahlwände der U-Boot-Reaktoren durchrostet sein.

Neben Chemikalien, Öl, inndustriellen und landwirtschaftlichen Abwässern werden die Ozeane auch zunehmend durch Plastikmüll belastet. Jährlich "verenden" 100.000 Meeressäugetiere und Schildkröten und mehr als eine Million Seevögel, weil sie den Plastikmüll mit "Beutetieren" verwechseln. Die Tiere verhungern jämmerlich, weil ihre Mägen und Därme mit Plastik, der nicht verdaunt werden kann, verstopft ist.

Klimaerwärmung

Die Ozeane nehmen nach einer groß angelegten britischen Studie heute weit weniger Treibhausgase auf als noch vor einem Jahrzehnt. Dadurch könnte die Erderwärmung weiter zunehmen, heißt es in der Untersuchung der Universität East Anglia. Diese neuen Erkenntnisse seien "höchst beunruhigend".

Die Wissenschaftler unter Leitung von Professor Andrew Watson haben mehr als 90.000 Messungen im Nordatlantik in einem Zeitraum von 1995 bis 2005 ausgewertet. Das alarmierende Ergebnis: Die CO2-Aufnahme des Meeres verringerte sich in diesem Zeitraum um sage und schreibe 50 Prozent!

Wenn die Ozeane weniger Treibhausgase aufnehmen, so die Ansicht der Meeres- und Klimaforscher, droht eine deutliche Zunahme der Erderwärmung. Mehr noch: "Der Ozean könnte bald mit unseren Emissionen gesättigt sein", erklärte ein Klimaexperte der BBC. Es gebe zwei große "CO2-Senken": die Weltmeere und die Biosphäre. Dass eine Erwärmung und Sättigung der Ozeane auch das maritime Leben aus dem Gleichgewicht wirft, muss befürchtet werden. Die genauen Auswirkungen sind der Wissenschaft heute noch nicht annährend bekannt.

Fischerei-Industrie

Mega-Killer sind die Grundschleppnetze, die mit Metallplatten und Gummirollen beschwert sind, und über den Meeresboden geschleift werden. Sie hinterlassen einen Todesstreifen hinter sich: Alles, was ihnen in den Weg kommt wird zerquetscht und begraben. Es dauert in dem empfindlichen Ökosystem Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte bis sich Tiefsee-Fauna und -Flora erholen. Viele Meeresbiologen sind der Meinung, dass die Überfischung der Ozeane heutzutage die größte Bedrohung darstellt. Der ständig wachsende Fischkonsum übersteigt die Belastungsgrenzen des marinen Ökosystems.

An einigen Meeresbewohnern findet ein regelrechter Genozid statt. Es ist seit Jahren bekannt, dass viele Hai-Arten massiv vom Aussterben bedroht sind. Grund dafür ist das brutale "Shark-Finning", die Jagd nach Haifischflossen. Rund 100 Millionen Haie werden Jahr für Jahr getötet, weil in Luxusresaurants Asiens für eine Portion Haifischflossensuppe bis zu 150 Dollar bezahlt werden. Aber auch in deutschen Fischläden wird Hai angeboten. Schillerlocken z.B. sind die Bauchlappen vom Dornhai und der Heringshai ist begehrt wegen der saftigen Steaks. Sein Bestand ist bereits um 95 Prozent zurückgegangen, weil immer mehr und immer jüngere Tiere in den netzen landen.

Ein Viertel aller bekannten Wal- und Delfinarten ist laut der "Roten Liste" der Weltnaturschutzorganisation IUCN vom Aussterben bedroht. Während sich die Buckelwalbestände leicht erholt haben, stehen besonders einige der kleineren Walarten kurz vor dem endgültigen Aus, denn Japan und Norwegen ignorieren hartnäckig das Walfangverbot von 1986 und haben seitdem zig Tausende der großen Meeressäuger erlegt. Die Fangmethoden sind äußerst brutal: Man arbeitet mit Explosivharpunen, die im Körper der Tiere grässliche Fleischwunden verursachen. Die meisten Wale sterben duzrch das Explsivgeschoss nicht sofort; Todeskämpfe von bis zu einer Stunde wurden schon beobachtet. Die Waljäger schrecken nicht einmal davor zurück, trächtige Walmütter zu bejagen.

Trotz aller Warnungen, dass der globale Fischfang irreparabel Schäden nach sich zieht, wird der Lebensraum Meer immer stärker ausgebeutet.

Die internationale Fischerei-Industrie hat die meisten Fischgründe bereits erschöpft, bevor eine Verträglichkeitsprüfung ihrer Aktivitäten – wenn überhaupt (die Regulierungsmaßnahmen sind äußerst ungenügend) - durchgeführt worden ist. Durch Überfischung und Missmanagement sind schon heute bei einigen Fischbeständen spektakulären Zusammenbrüche zu registrieren. 1992 war der Kabeljau vor der kanadischen Küste bei Neufundland verschwunden! Den Kabeljau-Populationen in der Nord- und Ostsee droht das gleiche Schicksal. Das ökologische Gleichgewicht ist in höchstem Maße gefährdet. Laut der Welternährungsorganisation (FAO) werden 52 Prozent der Fischbestände intensiv ausgebeutet, 25 Prozent sind schon heute vom Aussterben bedroht. Jährlich werden 6 Millionen Tonnen Fisch allein für die EU, rund 140 Millionen Tonnen weltweit gefangen. In 40 Jahren - so ein durchaus realistisches wissenschaftliches Endzeit-Szenario - könnte es im Meer kein Leben mehr geben.

Auf lange Sicht hat der Lebensraum Meer keine Chance, wenn nicht bald gehandelt wird!

Als ersten Schritt auf dem Wege der notwendigen Änderungen im Fischereiwesen fordern wir eine drastische Reduzierung der Fangquoten für die Staaten der Europäischen Union. Ferner muss zumindest die systematische Vernichtung bedrohter Arten wie z.B. Wale, Delphine, Thunfische, Meeresschildkröten usw. durch internationale Vereinbarungen gestoppt werden. In diesem Zusammenhang ist ein ausnahmsloses Importverbot für alle Fischarten und Meeressäuger zu erlassen, die in ihrem Bestand bedroht sind.

Eine weitere Forderung besteht in einem Verbot der Treibnetzfischerei für die deutschen und europäischen Hochseeflotten. Und die Fangnetze müssen großmaschiger werden, damit kleine oder junge Fische eine

reelle Fluchtmöglichkeit haben! Daneben müssen greifende Maßnahmen zur Kontrolle der internationalen Schifffahrt eingeführt werden, um der Verklappung von giftigen Chemikalien auf hoher See einen Riegel vorzuschieben.

Außerdem sind die Werte für industrielle und landwirtschaftliche Einleitungen in Flüsse oder direkt ins Meer drastisch zu reduzieren!

Wir fordern einen nachhaltigen Schutz der Weltmeere und ihrer Bewohner, um ihrer Selbst willen und damit auch für die kommenden Menschengenerationen, der Artenreichtum und die Schönheit der Ozeane erhalten bleibt.







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