Schutz der Regenwälder
Die Regenwälder sind die Lungen der Erde...
Die Regenwälder versorgen uns mit sauerstoffreicher Luft. Sie absorbieren riesige Mengen an CO2
und geben den lebenswichtigen Sauerstoff ab. Darüber hinaus beheimaten sie eine größere Anzahl
von Tieren und Pflanzen als alle anderen Öko-Systeme auf diesem Planeten zusammen. Gegen alle
Vernunft werden seit Jahrzehnten die Regenwälder der Erde in einem unvorstellbaren Ausmaß von
uns Menschen zerstört.
Greenpeace gibt an, dass jährlich rund 120.000 bis 150.000 Quadratkilometer Regenwald weltweit
verschwinden. Es gibt sogar Schätzungen (Organisation "Rettet den Regenwald e.V."), die noch höher liegen.
Weltweit wurden in den vergangenen 50 Jahren insgesamt mehr als die Hälfte aller tropischen Wälder auf
unserem Planeten unwiederbringlich zerstört.
Das Amazonasbecken ist das größte noch verbliebene und intakte Regenwaldgebiet der Erde.
Es ist massiv bedroht, wenn die Abholzung so weiter geht wie bisher. Von den einst
1,6 Milliarden ha Regenwald sind heute nur noch knapp 1 Milliarde ha vorhanden.
Pro Minuten fallen den Kettensägen oder der Brandrodung rund 35 Hektar (= ca. 35 Fußballfelder)
zum Opfer - mehr als 43.200 Hektar pro Tag, das entspricht einer Flache von 150.000 km² im Jahr!
Geht die Zerstörung so weiter, werden im Jahr 2020 nur noch 80 bis 90 Prozent des heutigen
Regenwaldes existieren! Zig Milliarden von Tieren werden ihr Leben verlieren, unzählige Tier-
und Pflanzenarten werden für immer vom Antlitz der Erde verschwunden sein!
Aber die Erhaltung des Regenwaldes ist nicht nur für den Artenreichtum und als Sauerstofflieferant so
immens wichtig, er ist auch die Apotheke der Welt. Das amerikanische "National Cancer Institut"
hat 3000 Pflanzen identifiziert, die signifikant wirksam gegen Krebs sind; 70 Prozent davon
stammen aus den tropischen Regenwäldern. Abgesehen davon sind die riesigen Regenwaldregionen
für das globale Klima von größter Bedeutung; sie sind die Lungen der Erde!
Gegen alle Vernunft rückt man dem Regenwald weltweit zu Leibe. Indonesien vernichtet seine
Regenwälder, um die weltweite Nachfrage nach Palmöl zu stillen. Wo einst ein intakter Urwald
wucherte, sind Monokulturen entstanden. Die Tierwelt leidet dort extrem. Von 1992 bis 2003
wurde die Hälfte des Lebensraums der Orang-Utans und vieler anderer Tierarten Indonesiens vernichtet.
Um den Sojaanbau für "Nutztierfutter" in Brasilien auszuweiten, wurde die Anbaufläche in den
letzten fünf Jahren jährlich um 10 Prozent vergrößert. Die meisten Flächen wurden dabei in den
Gebieten des Amazonas, des Cerrado und des Atlantikwaldes "urbar" gemacht, die zu den artenreichsten
Ökosystemen der Erde gehören. In den Jahren 2002 und 2003 stieg die landwirtschaftliche Nutzfläche in
Amazonien um 1,1 Millionen ha an; 70 Prozent davon werden für den Sojaanbau genutzt. Jahr für Jahr
werden laut Schätzungen 700.000 Hektar im Amazonaswald für den Anbau von Soja abgeholzt.
Der WWF geht davon aus, dass innerhalb der nächsten 15 Jahre vermutlich 22 Millionen Hektar
an natürlichen Lebensräumen allein in Lateinamerika dem Sojaanbau zum Opfer fallen werden.
Ist der Wald gerodet und die Plantagen in Betrieb, werden in die angrenzenden Ökosysteme zusätzlich
geschädigt, denn es werden Unmengen an Pestiziden zum Einsatz gebracht. Durch diese Pestizide wird
das Grundwasser in der Umgebung der Plantagen verseucht - Tiere und Menschen nach und nach mit immer
mehr Giftstoffen belastet. Ferner wird durch die Rodung der Regenwälder der Bodenerosion Vorschub
geleistet, was wiederum zu einer Verschmutzung der Flüsse führt, die Schlamm und Schwebeteilchen bis
an ihre Mündung transportieren. 55 Millionen Tonnen Erdreich gehen dadurch Brasilien jedes Jahr verloren.
Wertvolle Ökosysteme, die für den Klimahaushalt der Erde äußerst wichtig sind, werden so durch die
weltweite Gier nach Fleisch und den resultierenden Sojaanbau auf alle Zeiten vernichtet. 7.000 Hektar
Wald werden in Brasilien jeden Tag für neue Weideflächen und den Anbau von Soja gerodet und mittlerweile
auf über 18 Millionen Hektar angebaut. 75 Prozent werden in die EU exportiert, meist als Futtermittel für "Nutztiere".
Aber nicht nur der Fleischkonsum vernichtet Regenwälder. Auch der steigende Papier- und Holzbedarf
ist für die ungebremste Zerstörung verantwortlich.
Um den Regenwald zu retten, fordern wir die Regierung auf, Palmölimporte unverzüglich und drastisch
zu reduzieren. Energieversorger, die noch Palmöl aus Südamerika und Südostasien beziehen, müssen per
Gesetz gezwungen werden, nur alternative Bio-Energie-Träger aus dem europäischen Raum zu verwenden.
Die Beimischung von Bio-Äthanol in Benzin muss unverzüglich eingestellt werden. Ebenso ist ein striktes
Importverbot für Sojaschrot aus Regenwaldgebieten zu erlassen. Auch der Import von Papier aus den
betroffenen Regionen muss eingestellt werden.
Als begleitende Maßnahmen sollte eine umfassende Aufklärungskampagne über die ökologischen und
ökonomischen Nachteile des Fleischkonsums im Zusammenhang mit Klima und Regenwaldzerstörung betrieben werden.
Die reichen Industrienationen tragen die Hauptschuld an der Zerstörung dieser wertvollen Ökosysteme;
sie sind für das Leiden und den Tod von Milliarden von Tieren, die dort seit "Ewigkeiten" leben,
verantwortlich. Nicht nur die Tiere leiden, auch die menschlichen Ureinwohner der Regenwälder
stehen kurz vor dem Exitus.
Wir engagieren uns – auch für die fernsten Regionen, denn Verantwortung und Mitgefühl kennen keine Grenzen!