Sanfter Tourismus
Reisen mit Rücksicht...
Klimaerwärmung, zunehmende Umweltverschmutzung und Rohstoffverknappung sind brandaktuelle
Themen und bestimmen immer mehr unser tägliches Denken und Handeln. Geht es jedoch um den Urlaub,
werden diese brisanten Probleme tabuisiert und nur die eigenen Interessen noch wahrgenommen.
Gedanken über den Energieverbrauch oder die Abgase, die durch die Reise entstehen und die Umwelt
belasten, werden völlig ausgeblendet.
Trotz gestiegener Lebenshaltungskosten und der Angst vor Arbeitslosigkeit und einer tief
greifenden Rezession wird auf den Urlaub nicht verzichtet. Zwischen November 2007 und April
2008 traten 38 Prozent der „deutschen Haushalte“ (Singels, Ehepaare und Familien mit Kindern)
eine Urlaubsreise an. (Gesellschaft für Konsumforschung) Das entspricht einer Steigerung von
0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt unternahmen Bundesbürgerinnen und
Bundesbürger zwischen November 2007 und April 2008 fast 44 Millionen Reisen – ein Anstieg von
1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Seit 1970 verzeichnen Fluggesellschaften weltweit enorme Wachstumsraten. Der Flugverkehr hat
sich innerhalb von 35 Jahren verfünffacht. Viele Experten prognostizieren bis 2050 ähnliche
Steigerungsraten.
Der Flugverkehr ist durch eine Vielzahl von Schadstoffen und unterschiedlichen Effekten
am zunehmenden Treibhauseffekt mitverantwortlich. Sein Anteil am Treibhauseffekt wird auf
etwa 9 Prozent geschätzt. Jeder Urlaubsflug trägt zur Klimaerwärmung bei, jede Flugreise
belastet die Umwelt!
Nicht minder sind auch Urlaubsreisen mit dem eigenen PKW am Treibhauseffekt beträchtlich
beteiligt. Die einfache Faustregel lautet: Je ferner das Urlaubsziel desto größer ist die
Umweltbelastung.
Wir wollen ein Umdenken im Umgang mit der Natur erreichen. Dazu gehört auch, dass anstatt
mit PKW oder Flugzeug in den Urlaubsort zu reisen, man der Bahn den Vorzug gibt.
Wir setzten uns für einen "sanften Tourismus" ein, bei dem auch ökologische Aspekte und
nicht nur die persönlichen Wünsche im Vordergrund stehen.
Wir fordern nicht, auf den Urlaub generell zu verzichten, sondern setzen uns für einen
Tourismus ein, der Rücksicht auf das Klima nimmt und die regionale Flora und Fauna am
Urlaubsort nicht schädigt.
Als ersten Schritt in die richtige Richtung betrachten wir eine stärkere Förderung des
heimischen Tourismus mit gleichzeitiger Besteuerung von Flugbenzin (Kerosin).
In der Folge sollten nur diejenigen Länder Entwicklungshilfe erhalten, die ihre Tourismusindustrie
an noch festzulegenden ökologischen Standards ausrichtet.
Unser Motto: Auf den Urlaub nicht verzichten, aber die Erde nicht vernichten!