SfT Hennef zu Besuch im Vivarium ...
27. Januar 2012 -
...des Museums König in Bonn
Sieben Kinder der Tierschutzgruppe Hennef besuchten voller Vorfreude und Spannung das
Exoten-Vivarium in Bonn, wo viele lebende Amphibien und Reptilien besichtigt werden können.
Der Leiter der Exoten-Abteilung, Herr Esser, gab uns eine 1,5-stündige Führung, bei der die
Kinder Bartagamen auf den Arm nehmen konnten, Schlangen streicheln konnten und große
Vogelspinnen, Papageien, Chamäleons, Salamander, Axolotls, Leguane und verschiedene
andere Tiere ganz nah betrachten konnten. So haben einige Kinder ihre oft unbegründeten
Ängste etwas abbauen können.
Exoten sind eine zunehmende Modeerscheinung, je seltener und je gefährlicher die Tiere,
desto gefragter sind sie.
In Hinblick darauf bestätigt Herr Esser, dass mit dem Exotenhandel, wo oft vom Aussterben
bedrohte Lebewesen wie Ware geschmuggelt werden, ein
Artenschutzproblem einhergeht, das
schwer kontrollierbar ist, da erstens dem Zoll die Zeit und die Fachkenntnis fehlt und
vermeintliche „Nachzuchten“ von Farmen und Ranchen aus den Ursprungsländern zu 90% Wildfänge
sind.
Gefährlichkeitsproblem: auch Herr Esser wünscht sich, dass der Gesetzgeber verbietet,
dass jeder unerfahrene 18.-Jährige im Internet und auf der Messe in Hamm, für 250 EUR
die gefährlichsten Schlangen wie z. B. Taipane erwerben kann ohne Nachweis von Fachkenntnis,
Handlingerfahrung und Nachweis eines besonders ausbruchsicheren Gebäudes. Er fordert mindestens
einen Führerschein und Kontrolle der Unterbringung. Beim Betrachten eines 3 m-Komodowarans
wird deutlich, warum auch ungiftige Groß-echsen und Krokodile für die Heimhaltung nicht
geeignet sind, denn sie können mit ihren kräftigen Schwänzen, ihrem Gebiss und ihren langen
Krallen schwere Verletzungen zufügen.
Besonders wurde auf
die hohen Haltungs-Ansprüche der Exoten bzgl. Platzbedarf, Zeitbedarf,
technischen Aufwand und Kosten für UVA-/UVB-Lampen sowie Lampen für Helligkeit, die zusammen
mit Heizsteinen, Bodenheizungen etc. hohe Stromkosten verursachen sowie der notwendigen
Luftfeuchte und Frischluft, des richtigen Bodensubstrats, der richtigen Einrichtung im
Terrarrium und schließlich der richtigen, meist lebenden Futtertiere deutlich hingewiesen.
Gerade
die Futtertiere führen aus Tierschutzgesichtspunkten ein kurzes, leidvolles Leben,
denn sie müssen billig sein, d.h. sie vegetieren ohne Pflege und mit Minimalfutter in
winzigen Plastik-döschen bewegunglos vor sich hin, bis sie lebend den Reptilien als Mahlzeit
ohne Fluchtmöglichkeit vorgeworfen werden. In der Natur hätten sie wenigstens vor ihrem Tod
ein artgerechtes Leben gehabt.
Auch wenn aus tierschutzrechtlicher Sicht viele Tiere Lauerjäger sind und daher weniger
unter der Terrarium-Gefangenschaft leiden als viele bewegungsintensivere Heimtiere in
ihren Käfigen, so gibt auch Herr Esser zu, dass selbst in seinem Museum
viele Terrarien
und Behältnisse (besonders für Nachzuchten) nicht artgerecht bzw. stark verbesserungswürdig
sind, da der Platz durch Notaufnahmen immer enger wird.
Er erzählt, dass immer wieder
Tiere aus schlechter Haltung bei ihm landen, da vielen Menschen
die Tiere zu teuer, zu zeitaufwendig, zu langweilig werden oder die Halter mit dem Handling
von gefährlichen Tieren komplett überfordert sind.
Fazit: Wir haben unglaublich viel gelernt und gesehen!