Schüler für Tiere-Mitglied kümmert sich um Stadttauben in Karlsruhe

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit wende ich mich als Tierärztin und Vogelschützerin erneut an Sie mit der Bitte, die Wasser-und
Springbrunnen im Karlsruhe-Zentrum so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen.

Schon in der letzten Woche war ich diesbezüglich mit Ihnen telefonisch in Kontakt getreten, wobei ich besonders bei Herrn Götz-Dumbeck und Frau Lisbach auf offene Ohren und Verständnis stiess und mir von letzterer zugesagt wurde, dass die kleinen Brunnen wieder aktiviert würden. Leider konnte ich am Samstag, 18.4., noch nichts dergleichen feststellen. Alle Brunnen waren immer noch ausgestellt.
Vor allem die Stadttauben, aber auch Singvögel wie Amseln, Spatzen,
Meisen etc., leiden dramatisch unter dem Wassermangel. Bei den letzten
paar Malen, die ich mich in Karlsruhe aufhielt, konnte ich beobachten,
wie viele Tauben aus den Straßenbahnschienen das wenige dort vorhandene
Wasser aufsaugten und erst extrem spät auf die herannahende Bahn
reagierten…wie zu befürchten war fand ich an 2 Tagen, am 11. und am 18.
April, 2 tote Tauben an den Schienen nahe des Europaplatzes vor,
eindeutig durch die Bahn getötet (siehe Fotos im Anhang).

In Anbetracht dessen, dass es seit Wochen (!) nicht geregnet hat und
auch in nächster Zeit kein Ende dieser Dürreperiode abzusehen ist, ist
es für mich und jeden Tierfreund völlig inakteptabel, dass unter
diesen Umständen die Karlsruher Brunnen im Zentrum, weiterhin
ausgeschaltet bleiben – mit der Begründung, dass sich
an ihnen in Coronazeiten Menschen ansammeln könnten, und damit meine ich
sowohl die kleinen als auch die großen Brunnen.

Nach meiner Recherche sitzen am Stephansplatz, Friedrichplatz und
Kronenplatz immer relativ viele Leute auf den Bänken, ganz egal ob die
Brunnen an oder aus gestellt sind. Zudem fahren Polizeistreifen
kontinuierlich diese Hotspots an und kontrollieren Gruppen von mehr als
2 Leuten.

Es kann nicht angehen, dass wegen der Uneinsichtigkeit der Menschen es
immer wieder die Tiere sind, die leiden müssen. In meinen Augen grenzt
das an Tierquälerei.

In den Taubenhäusern steht, wie mir auch versichert wurde, gewiß
genügend Wasser und Futter zu Verfügung – und ich bin ein großer Fan des
Stadttaubenkonzepts! – aber längst nicht alle Tauben suchen diese auf
und die Singvögel auch nicht. Und da vor allen die Stadttauben sehr
standorttreu sind, stellen Stadtgarten (zu weit entfernt) und
Schloßgarten (ungeeignet) keine echten Alternativen zur Wasseraufnahme dar.
Viele Tauben nahmen das von mir hingeschüttete Wasser dankbar an (siehe
Fotos). Die Tiere wollen auch baden, wichtig für Gefiederpflege,
Gesundheit und Wohlbefinden.

Ich bitte Sie daher inständig, ein Herz für unsere Vögel zu zeigen und
die Brunnen, zumindest die kleineren, noch heute wieder
anzustellen.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bettina V

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