Schüler für Tiere Bremen: Esel auf dem Kinderfest

Schüler für Tiere Bremen: Esel auf dem Kinderfest -

Stellungnahme:

Sehr geehrter Herr Hofmann,

ich bin Lehrerin an einer Bremer Grundschule und wir haben mit unseren letzten Klassen eine Klassenfahrt in das Jugendhotel Ostel in Bremervörde mit einem guten Begleitprogramm des NABU gemacht.
Nach den diesen positiven Erfahrungen spielten wir bis vor einigen Tagen mit dem Gedanken, die nächste Fahrt mit unseren Klassen zur Dreptefarm zu unternehmen. Ich bin seit vielen Jahren sehr darum bemüht, Kindern neben Mitgefühl für alle Lebewesen auch Natur- und Umweltschutz nahezubringen.

Mein Mann ist Mitglied im NABU, wir versuchen überall, wo es möglich ist, mit unseren „NABU-Visakarten“ zu zahlen, Freunde und Verwandte auch zum Wechsel zu überreden, wir zählen in der Stunde der Gartenvögel mit, usw., usw. Diese Aufzählung soll Ihnen nur zeigen, dass ich dem NABU bisher wohlgesonnen war.

Leider musste ich am letzten Sonntag (08.05.16) entsetzt feststellen, dass Mitarbeiter der Dreptefarm auf einem unglaublich lauten Kinderfest in Bremen-Vegesack zwei Esel stundenlang eingepfercht zwischen Hauswand und Abzäunung zur Schau stellten. Ich kann kaum glauben, dass der NABU als ideeller Träger dies gutheißt. Bisher war ich der Meinung, dass Sie als Naturschutzbund Kindern und Erwachsenen Achtung besonders vor ihrer lebendigen Umwelt (zu der natürlich alle Tiere gehören) vermitteln wollen. Was Kinder dort auf dem Platz zu sehen bekamen, war genau das Gegenteil von respektvollem Umgang mit Mitgeschöpfen. Wollen Sie Kindern etwa vermitteln, dass Tiere vom Menschen nach Belieben als Sportgerät oder Schauobjekt benutzt werden können? Was haben Tiere auf einem Steinplattenplatz mitten auf einem lauten Volksfest in der Stadt zu suchen? Was um alles in der Welt hat das mit Naturschutz zu tun?

Wenn Jahrmarktsschausteller oder Zirkusse Tiere zur Kinderbespaßung benutzen, ist das schon grausam genug und zum Glück in einigen Ländern ja auch schon verboten. Die haben aber auch nicht den Anspruch, Menschen Natur nahebringen zu wollen.

Als ich Ihre Mitarbeiterin darauf ansprach, wie inakzeptabel ich diese Art von Werbung für die Dreptefarm finde und ihr den Vorschlag machte, dass man stattdessen auch Filme, Poster oder Ähnliches zeigen könnte, sagte sie mir, dass es den Tieren nichts ausmache, da sie einen solchen Trubel und die Hitze ja gewohnt seien. Dann fragte sie mich nach Packeseln in der Türkei, als wenn ein noch schlimmeres Elend die Situation dieser Tiere verbessern könnte.
Egal, ob Esel, Gans, Kuh, Hund, Maus oder Katze – ein „Schautier“ hat bei einer solchen Veranstaltung nichts zu suchen.
Die Dreptefarm kommt für mich und sicher auch meine Kolleginnen als Ziel einer Klassenfahrt jedenfalls nicht mehr in Frage. Meine Schulkinder lernen Achtung vor der Natur in der Natur, Tiere beobachten wir in ihrem natürlichen Lebensraum oder wir lernen sie durch gute Filme und Bücher kennen.

Mit freundlichen Grüßen

Brunhilde B.

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